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Nähe und Geborgenheit
Hände frei für deinen Alltag
Mehr als nur Tragen
Babys wollen nah bei dir sein. Im Tragetuch hören sie deinen Herzschlag, spüren deine Wärme und kommen oft schneller zur Ruhe. Du hast dabei beide Hände frei, ob beim Kochen, beim Spaziergang oder in der vollen Straßenbahn.
Damit das Tragen für euch beide angenehm und sicher ist, kommt es auf die richtige Bindung an. Ein gut gebundenes Tuch hält dein Baby aufrecht und eng an deinem Körper, sodass es frei atmen kann.
Seine Beine sitzen in der Anhock-Spreiz-Haltung, die eine gesunde Entwicklung der Hüfte unterstützt. Und weil sich das Gewicht gleichmäßig auf Schultern und Rücken verteilt, kannst du dein Baby auch länger tragen, ohne dass es dir zu schwer wird.
Die ersten Versuche fühlen sich oft ungewohnt an. Das ist normal: Nach ein paar Mal Üben sitzt jeder Handgriff. Auf dieser Seite zeigen wir dir, welche Bindeweise zu deinem Baby passt, wie du die Wickelkreuztrage Schritt für Schritt bindest und worauf du bei der Sicherheit achten solltest.

Nähe und Geborgenheit
Im Tragetuch spürt dein Baby deine Wärme, deinen Herzschlag und deinen Atem. Diese enge Nähe gibt ihm Sicherheit und stärkt eure Bindung von Anfang an. Beim Körperkontakt wird bei euch beiden Oxytocin ausgeschüttet, das oft „Kuschelhormon“ genannt wird. Gerade Neugeborenen hilft das Getragenwerden, sich in der neuen Welt zurechtzufinden, denn es erinnert sie an die Enge und die sanften Bewegungen im Bauch.
Weniger Weinen, mehr Ruhe
Getragene Babys weinen oft weniger. In einer bekannten Studie weinten Babys, die täglich mindestens drei Stunden getragen wurden, tagsüber um 43 % und abends um 51 % weniger (Hunziker & Barr, Pediatrics 1986). Die Wärme und deine gleichmäßigen Bewegungen wirken beruhigend und können unruhigen Babys helfen, leichter zur Ruhe zu kommen und einzuschlafen.
Gut für die Hüfte
Im richtig gebundenen Tuch sitzt dein Baby in der Anhock-Spreiz-Haltung, auch M-Position genannt: Die Knie liegen höher als der Po, die Beine sind leicht gespreizt. Diese Haltung entspricht der natürlichen Position, in der Babys gern gehalten werden, und unterstützt eine gesunde Entwicklung der Hüftgelenke.
Hände frei im Alltag
Mit dem Tragetuch hast du beide Hände frei und dein Baby trotzdem ganz nah bei dir. So erledigst du Dinge im Haushalt, gehst einkaufen oder kümmerst dich um größere Geschwister. Unterwegs bist du flexibler als mit dem Kinderwagen: Treppen, volle Busse oder Waldwege sind kein Hindernis mehr.
Entspannter stillen
Wenn du stillst, ist dein Baby im Tragetuch schon nah an der Brust. Mit etwas Übung kannst du es auch unterwegs anlegen, und das Tuch gibt dir dabei ein Stück Privatsphäre. Es gibt außerdem Hinweise, dass Mütter, die ihr Baby viel tragen, länger stillen. Besonders unauffällig klappt das Stillen unterwegs mit einem Stillshirt mit seitlicher Öffnung.
Die wichtigsten Sicherheitsregeln beim Babytragen kannst du dir gut mit der T.I.C.K.S.-Checkliste merken.
T steht für Tight (eng)
Binde das Tragetuch eng und sicher, sodass dein Baby fest an deinem Körper liegt. Lose Stoffbahnen können dazu führen, dass dein Baby zusammensackt oder seine Position verändert. Ein eng anliegendes Tuch stützt dein Baby gut und schont gleichzeitig deinen Rücken.
I steht für In view at all times (immer im Blick)
Du solltest das Gesicht deines Babys jederzeit sehen können, wenn du einfach nach unten schaust. Achte darauf, dass weder Stoff noch deine Kleidung sein Gesicht verdecken. So behältst du seine Atmung und seine Signale im Blick.
C steht für Close enough to kiss (nah genug zum Küssen)
Der Kopf deines Babys sollte so hoch auf deiner Brust liegen, dass du ihm ohne Mühe einen Kuss auf den Kopf geben kannst. Dann trägst du es in einer sicheren und bequemen Höhe.
K steht für Keep chin off chest (Kinn weg von der Brust)
Zwischen dem Kinn deines Babys und seiner Brust sollte immer mindestens ein Finger breit Platz sein. Liegt das Kinn auf der Brust, können die Atemwege eingeengt werden.
S steht für Supported back (gestützter Rücken)
Der Rücken deines Babys sollte in seiner natürlichen, leicht gerundeten C-Form gestützt sein, ohne in eine gerade Haltung gezwungen zu werden. Seine Beine sitzen in der Anhock-Spreiz-Haltung, auch M-Position genannt: Die Knie liegen höher als der Po, und das Tuch reicht von Kniekehle zu Kniekehle. Das unterstützt eine gesunde Entwicklung der Hüfte.
So gelingt das Binden
Bevor du das Tragetuch mit deinem Baby verwendest, übe die Bindeweisen am besten mit einer Puppe oder einem zusammengerollten Handtuch. So bekommst du ein Gefühl für den Stoff und die einzelnen Schritte, ohne gleichzeitig ein Baby halten zu müssen.
Achte darauf, dass das Tuch eng an deinem Körper anliegt, bevor du dein Baby hineinsetzt. Lieber anfangs etwas zu fest als zu locker binden, denn der Stoff dehnt sich durch das Gewicht deines Babys noch etwas. Zieh das Tuch Bahn für Bahn fest, damit keine losen Stellen entstehen und sich das Gewicht gleichmäßig verteilt.
Achte beim Tragen auf die Signale deines Babys. Wirkt es unruhig, atmet es angestrengt oder wird ihm zu warm, passe das Tuch an oder mach eine Pause.
Wenn du neu im Babytragen bist, lohnt sich ein Termin bei einer Trageberaterin. Sie zeigt dir die Bindeweisen direkt mit deinem Baby und hilft dir, die Trageweise zu finden, die für euch beide am bequemsten ist.

1. Mittelpunkt finden
Suche die Mitte deines SOVERDE Tragetuchs. Unsere Tragetücher haben in der Regel eine Markierung –
z. B. ein Kunstlederpatch – die dir hilft, die Mitte zu erkennen.
2. Tuch anlegen
Lege den Mittelpunkt an deinen Bauch – etwas oberhalb deiner natürlichen Taille.
3. Tuch nach hinten führen
Führe beide Enden des Tuchs straff um deinen Rücken und kreuze sie dort.
4. Enden über die Schultern legen
Bringe nun die beiden Enden jeweils über die gegenüberliegende Schulter nach vorn. Achte darauf, dass der Stoff glatt anliegt und sich nicht verdreht.
5. Enden durch den Bauchgurt stecken
Stecke die Enden unter dem horizontalen Stoffstreifen an deinem Bauch hindurch und ziehe sie nach unten.
6. X vor deinem Bauch formen
Kreuze die Enden vor deinem Körper – so entsteht ein „X“. In dieses „X“ wird dein Baby später hineingesetzt.
7. Enden nach hinten führen und verknoten
Führe die Enden seitlich oder hinter deinem Rücken entlang und binde sie mit einem doppelten Knoten – je nachdem, was für dich angenehmer ist.
8. Baby einsetzen
Nimm dein Baby auf die Schulter und führe vorsichtig ein Bein durch eine Stoffbahn des „X“, dann das andere durch die zweite Bahn.
9. Innere Stoffbahn auffächern
Spreize die innere Stofflage (die näher an deinem Körper liegt) über den Rücken deines Babys –
von Kniekehle zu Kniekehle. Achte auf die ergonomische „M“-Position der Beinchen.
10. Äußere Stoffbahn auffächern
Wiederhole den vorherigen Schritt mit der äußeren Stofflage für zusätzlichen Halt.
11. Bauchgurt hochziehen
Ziehe den horizontalen Stoffstreifen (Bauchgurt) über den Rücken deines Babys – bis zum Nackenansatz. Das bietet zusätzliche Kopf- und Nackenstütze, besonders für Neugeborene.
12. Sitz und Sicherheit überprüfen
Achte darauf, dass das Tragetuch eng, aber nicht zu fest sitzt. Überprüfe die Position nach den
T.I.C.K.S.-Regeln:
Tight (fest)In view at all times (immer sichtbar)
Close enough to kiss (kussnah)
Keep chin off chest (Kinn frei)
Supported back (gestützter Rücken)
Für Einsteiger ist die Wickelkreuztrage am einfachsten. Du bindest das Tuch vor, ohne dein Baby im Arm zu haben, und setzt es danach nur noch hinein. Nach ein paar Durchgängen sitzt jeder Handgriff.
Für Neugeborene eignen sich die Wickelkreuztrage und die Kängurutrage. Beide stützen Rücken und Nacken gut und halten dein Baby aufrecht vor deinem Bauch.
Zu locker ist es, wenn dein Baby nach unten sackt, sein Kopf nicht mehr nah genug zum Küssen ist oder du es mit einer Hand stützen musst. Zu eng ist es, wenn die Beine deines Babys gestreckt statt angehockt sind, sein Kopf nach hinten gedrückt wird oder das Kinn auf die Brust sinkt. Richtig sitzt es, wenn dein Baby eng an dir anliegt und du zwischen Tuch und Baby gerade noch eine flache Hand schieben kannst.
Ja, die Wickelkreuztrage lässt sich vorbinden. Du bindest das Tuch zu Hause und setzt dein Baby unterwegs nur noch hinein. Auch zum Wickeln oder Stillen kannst du es herausnehmen, ohne neu zu binden.
Die Herstellerangaben reichen oft bis 15 kg. Bequem ist ein elastisches Tuch für die meisten Eltern aber in den ersten sechs bis neun Monaten. Danach dehnt sich der Stoff unter dem Gewicht stärker, und ein gewebtes Tuch oder eine Babytrage trägt sich angenehmer.
Wenn es sicher frei sitzen kann, meist ab etwa sechs Monaten. Dafür brauchst du ein gewebtes Tuch, elastische Tücher sind für Rückentragen nicht geeignet.
Für die Wickelkreuztrage brauchst du bei normaler Kleidergröße ein Tuch von etwa 4,6 bis 5,2 m, elastische Tücher sind meist um 5 m lang. Bei größerer Kleidergröße oder wenn zwei Personen mit unterschiedlicher Statur dasselbe Tuch nutzen, lohnt sich ein längeres Tuch.
Ja, mit etwas Übung. Lockere die Bahnen ein wenig, sodass dein Baby tiefer auf Höhe der Brust rutscht, und behalte sein Gesicht im Blick. Nach dem Stillen ziehst du das Tuch wieder fest. Mit einem Stillshirt mit seitlicher Öffnung geht das besonders unauffällig.
Eine feste Grenze gibt es nicht. Wichtig ist, dass dein Baby richtig sitzt, du sein Gesicht siehst und ihr euch beide wohlfühlt. Plane bei Neugeborenen regelmäßige Pausen zum Wickeln, Stillen und Strampeln ein.
Wenn dir das Binden schwerfällt, dein Baby im Tuch unruhig ist oder du Rückenschmerzen bekommst. Eine Trageberaterin zeigt dir die Bindeweisen mit deinem eigenen Baby und Tuch.

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